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Episode 8: Die Rockies

Knapp 4000 Meter hohes, kanadisches Gebirge türmt sich vor uns auf – da kann man schon mal ins Stottern kommen, als Auto. Wir baden in heissen Quellen und wandern entlang des Athabasca Gletschers durch die Nationalparks Banff und Jasper. Von hier oben sind nicht nur die vielen Reisebusse ganz klein.


Emma die Lokomotive 

Die kanadischen Rocky Mountains türmen sich vor uns auf als Emma, unser Reisemobil, plötzlich Faxen macht. Es raucht und stottert – wir sind besorgt um unser fahrendes zu Hause. Also nur kurz baden in den upper hotsprings von Banff und wieder zurück nach Calgary. Beim Toyota Fachhändler schütteln sie nur den Kopf:“Diesel?“, nein, da kenne man sich leider gar nicht aus, „aber hey, geile Karre, können wir ein paar Fotos machen?“ Wir googeln uns durch Autoforen, haben trotzdem keinen rechten Plan und schütten noch mehr Diesel-Additive in den Tank. Fürs Gefühl. 

Bommelmütze statt Bikini

Später stottern wir uns weiter die Rockies hoch, durchqueren die Nationalparks Banff und Jasper auf dem Icefields Parkway. Plötzlich ist Winter- wir tragen Bommelmütze statt Bikini. Schnee liegt hier im August nicht nur auf den riesigen Gletschern, sondern auch gern mal auf dem Campground

Wir überspringen den knallvollen Lake Louise mit der Herde an Reisebussen davor. Später erzählt uns ein Ranger, dass die meisten Nationalpark Besucher nur kurz ihren Bus verlassen, für 10-minütige Fotostops an den Aussichtspunkten. 

„Do you have a reservation?“, hören wir reichlich an den Campingplätzen und müssen immer enttäuschen. Viele der kleineren, wilderen Campgrounds funktionieren hier jedoch nach dem „first come first serve“ Prinzip. Fliessendes Wasser gibt es da nur im Fluss, dafür aber ein grandioses Bergpanorama. Abends sitzen wir am Feuer und hören – nichts. 



Troopy Treff

Am Bow Pass wandern wir zum Peyto Lake Panorma Punkt. Der Trail ist stellenweise wenig besucht. Unser schwizer Glöckchen klingelt zum ersten Mal nicht nur gegen Schwarzbären, sondern auch gegen Grizzlys, die hier oben heimisch sind. Vom Gipfel blicken wir auf türkisfarbenes Seewasser: Laut Infotafel sinken die Sedimente im Wasser und reflektieren nur einen Teil des Lichtes. Wie schön Physik sein kann. 

Zurück auf dem Parkplatz werden wir schon erwartet. Neben uns parkt das gleiche Auto, ein Toyota Landcruiser. Wir schauen noch neugierig, denn dieses Model ist super selten in Canada, da springt uns schon Konstantin entgegen: „Hey, ich musste einfach neben Euch parken. Die Kids quengeln schon, aber ich wollte Euch unbedingt treffen! Seid ihr aus der Schweiz?“ Wir verstehen uns sofort mit Kelly und Konstantin, die mit ihren zwei kleinen Mädels aus Oregon, USA angereist sind. „Was für eine Reise, so cool“, finden beide. Wir merken, das passt irgendwie, nicht nur Auto-technisch. „Ihr müsst unbedingt bei uns in Oregon vorbeikommen“, rufen sie uns beim Abschied zu. Das werden wir!



I heard it and I knew it 

Vom Waterfowl Campground hiken wir zum Chephren Lake und lassen heimlich die Drohne fliegen. Den nächsten Tag gehts zum Abraham Lake und wir fahren eine klein wenig offroad. 

Fabi angelt am Mistaya River keinen Fisch, macht aber inzwischen Feuer wie ein echter Bushi. Den wahren Bushi treffen wir aber am Abend auf dem Campingplatz. Noch während Fabi rangiert um auch wirklich und wahrhaftig waagerecht zu stehen prostet Garry uns begeistert zu. „I heard it and I knew it, must be a Toyota Land Cruiser!“, ruft er mit seinem australischen Akzent. Er fängt sofort an von seinen Touren durch das australische Outback zu erzählen. Seine Frau Anne kann ihn kaum bremsen. Wenig später hängen Fabi und er unter der Motorhaube. Das Stottern käme ganz klar vom Dieselfilter, kein Problem meint Garry. Etwas unzufrieden blickt er auf sein „Cruise America“ Wohnmobil mit dem aufgeklebten Hund am Fenster. „Ist nur gemietet“, betont er. Zu Hause hat er natürlich auch einen Land Cruiser. Wenn wir nach Australien zu Besuch kommen sollen wir aber unseren Motor da lassen, der fehle noch in seiner Sammlung. Ist klar Garry 😉 

GletscherEis 

Vom schönen Wilcox Creek Campground hiken wir den gleichnamigen Pass hoch. Treffen entspannte Bergziegen und stehen ganz oben im Sturm mit Blick auf den Athabasca Glacier. Der reichte mal durchs ganze Tal, jetzt schrumpft er vor sich hin. 

Weiter nördlich im Jasper, wo der Borkenkäfer die Bäume dahinrafft gönnen wir uns nochmal hotsprings (Miette hotsprings). Leider kommen diese ehemals natürlichen heissen Quellen hier oftmals als normale Badeanstalt daher. Das Eis danach ist trotzdem grandios- fehlen nur die Schwimmbad-Pommes. Wir wandern noch ein paar kleinere Touren, bevor uns die Kälte vertreibt. 

„Okanagan Valley, das Italien Canadas“, lese ich Fabi aus dem Reiseführer vor. Das klingt nach Sommer, da fahren wir hin…



Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Wieder ein wunderbarer interessanter Bericht mit tollen Fotos!Zum Teil auch sehr launig geschrieben!Man muss immer wieder schmunzeln!👍👍

    1. Das freut uns sehr, danke! Liebe Grüße aus Kalifornien

  2. Die Bilder machen wirklich „neidisch“…lasst es Euch weiter gut gehen 😘😘

    1. Danke!! Machen wir 😉

  3. Das sind so wunderschöne Bilder!!! Richtig toll!
    Ich freue mich für euch, dass ihr eine so geniale Zeit habt! ❤️

    1. Danke Dir Reni!! Liebe Grüsse nach Hamburg

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