Episode 5: Georgian Bay und Lake Huron

Vor uns liegt der Trans-Canada Highway: Es sind noch locker 4500 Kilometer quer durchs Land zum Pazifik. Im Zickzack um die Ideallinie herum geht es zunächst vom Algonquin Provincial Park in südwestliche Richtung zu den Great Lakes.

Teil des Transcanada Highways (@2019 google)
Route zu den Great Lakes (@2019 google)

28 Bodenseen 

Wir wollen zur Georgian Bay. Der Begriff Bucht ist gewaltig untertrieben! Die zum Lake Huron gehörige Georgian Bay ist 15 000 Quadratkilometer gross – da passt der Bodensee 28 mal rein. 

Wir finden einen schönen Platz direkt an einem kleinen Sandstrand bei Waubaushene. Die Locals machen Yoga am Steg, Treffen sich zum Hund ausführen oder Fischen aus ihren Kanus heraus. Wir kochen Pasta und schauen später der Sonne zu wie sie untergeht. Weit und breit nur Wasser, wir fühlen uns als wären wir am Meer. 

Mit der Abenddämmerung wird es ruhiger, doch wir sind nicht lange allein. Plötzlich sind sie da, und es sind gigantisch viele.
Dass es in Kanada Mücken hat kennen wir natürlich. Aber in einem riesigen Mückenschwarm ohne Anfang oder Ende zu stehen ist neu für uns. Erfahrungen die man missen möchte…

Aber seht selbst: 

Mückenalarm

Der Abend wird spontan drinnen fortgesetzt. Trotz Mückennetzen bekommen wir natürlich beide reichlich Stiche ab. Dafür haben wir jedoch ein wirklich geniales Tool: Darf ich vorstellen, den bite away (link). Ein Druck auf den Knopf, ein Piepton und es wird heiss. Mittels Proteindenaturierung durch kurze Hitzeeinwirkung am Ende des Applikators hört der Stich sofort auf zu jucken. Es wird also geblitzdingst was das Zeug hält. 

Wasser bis zum Horizont

Immer am Wasser entlang fahren wir weiter zum Sauble Beach, weil wir dachten Emma dort mit Allradantrieb durch den Sand fahren zu dürfen. Aber weit gefehlt! Uns erwartet ein voller Parkplatz (im Sand) wo man für 30 Dollar pro Tag zwischen Menschenmassen steht. Nein, danke!

Ein paar hundert Meter weg von Burgerketten und Souvenirshops finden wir dann aber doch eine ruhigere Ecke. Feiner Sandstrand, glasklares Wasser des Lake Huron bis zum Horizont, Frisbee, Bücher und Wassermelone – was braucht es mehr für einen Sommertag am Meer, äh See. 

Am Abend parken wir wieder an der Georgian Bay, im sehr entspannten Städtchen Wiarton. Es stehen oft Camper über Nacht dort. „Klappt das Dach ruhig aus, das stört hier niemanden“, hören wir von Locals, die unser Auto bewundern. 

“Bei uns fängt es gerade erst an“

Wir treffen ein junges deutsches Paar, die in einem einfach ausgebauten Kombi schon seit einem Jahr durch Canada reisen. Das Auto haben sie hier gekauft und zwischendurch beide in Skiorten gearbeitet. „Jetzt geht es bald wieder zurück nach Hause“, sagen sie. Ob sie traurig sind darüber möchten wir wissen. Sie sind sich da nicht ganz einig. Nach so langer Zeit freue man sich auch wieder aufs Zurückkommen, auf eine richtige Wohnung und natürlich auf Freunde und Familie…“Bei uns fängt es gerade erst an“, sagen wir. Das fühlt sich nach Glück an im Bauch. 

Wir gönnen uns Steak auf Salat im Restaurant und schlafen mal wider für lau in unserer rollenden Wohnung.  

Manitoulin Island 

Was Wikipedia schon lange weiss: Die Georgian Bay hat zehntausend Inseln, die auch Thirty Thousand Islands genannt werden. Die grösste Insel ist Manitoulin Island. Auch sie hält einen Rekord: Grösste Insel weltweit in einem See. Und ausserdem hat sie auch noch einen eigenen See. Wer langsam nicht mehr mitkommt mit Seen im See, hier gehts zurück zur Story:

Schon die Fährfahrt nach Manitoulin Island ist schön. Die Insel der First Nation (richtiger Begriff für Indianer) selbst strahlt Friedlichkeit und Ruhe aus. Es ist leer, kaum anderen Touristen sind unterwegs, dabei wartet ein glasklarer See nach dem anderen entlang der Route. 

Wir baden bis wir schrumpelig sind, manchmal 3-4 mal pro Tag an wechselnden Orten. So viel sauberes, leuchtend blaues Süsswasser oftmals ganz für sich allein zu haben ist irre – da muss man einfach reinspringen! 

Wasser auch von oben

Bridal Veil Falls, Manitoulin Island

Wir machen einen Ausflug zu den Bridal Veil Falls (Wasserfälle) inklusive kurzem Hike. Fasziniert stehe ich eine Weile in der Gischt bis ich mich Meter für Meter an den Wasserfall herantraue. Ich tauche unter, es ist so laut, man hört sich selbst nicht schreien. Der Hike ist unspektakulär bis auf ein paar Schlangen, die sich am Weg sonnen und uns dabei kurz erschrecken. 

Wir finden ein paar gute Wildcamping Plätze im Nirgendwo mit Blick aufs Wasser. Über eine kleine Drehbrücke gehts zurück aufs Festland. In Michipicoten gibt es für Fabi – endlich – eine Angel und wir fahren weiter westwärts. 

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