21 Tage on the road: Teil 3

Über Geld, Grösse, Hochladen und mal Runterfahren 

Seit 21 Tagen reisen und leben wir in unserem Auto. Drei Quadratmeter und permanentes on-the road Sein getauscht gegen Wohnung und geregeltes Alltagsleben. Der grosse Plan: die Panamerikana. Das Zeitfenster: 1/1.5 Jahre. Unfassbar, unwirklich und total spannend?! Unser Dreiteiler zeigt diese für uns neuen Welt, wir nehmen Euch gern mit. 

Und was ist so Euer Budget?

Wir haben beide für den little roadtrip gespart. Ohne Job fühlt sich Geld ausgeben trotzdem noch ein bisschen komisch an. Es hilft ein Tagesbudget als Orientierung zu haben. 

„USA und Canada sind ja auch teurer als Mittel- und Südamerika“, sagen wir uns meist beim Über-die-Strenge-schlagen. „Siehts Du, man kann auch in den USA mit wenig auskommen“, wenn wir sehr weit drunter bleiben unterm Budget. 

Generell gilt 50/50 bei uns, was bisher mit der Revolut-Kreditkarte sehr einfach geht. Gezahlt wir bei Revolut ohne Zusatzgebühren und Interbankenkurs. Geladen wird die Prepaidkarte per kostenloser Überweisung von Deinem Bankkonto (oder kostenpflichtiger Kreditkartenüberweisung). Abgebuchte Beträge sind sofort einsehbar in der App und per Klick auf „teilen“ kann man den Betrag untereinander splitten- gebührenfrei. 

Cash gibt es, falls nötig, mit der DKB Kreditkarte weltweit kostenlos. 

Manitoulin Island, Canada

Diesel ist ein grosser Kostenpunkt auf unserer Reise. Wir verwenden auch hier eine App, RoadtripHD, um Verbrauch usw. einzusehen. Nach 3 Wochen gibt es noch keine grossen Überraschungen: 

  1. Diesel ist hier an der east coast in den USA günstiger als in Canada. 
  2. Emma verbraucht immer viel (15L/100km)! 

24/7 und das geht hier einfach nicht mehr rein!

Mit Platz ist Emma nicht üppig gesegnet. Wir sehen auf unserer Reise immer wieder riesige bis gigantische Wohnmobile ohne inneres Platzproblem. Abgesehen von der äusserlichen Erscheinung gefällt uns an diesen „Schiffen“ vor allem Trägheit, Behäbigkeit und die damit verbundene Limitierung der Reiseziele nicht. Dann eben doch lieber nur 3 qm und Klappdach. 

Das bedeutet aber gelebten Minimalismus. Kleidung, Kosmetik, persönliche Dinge usw. – jeder Gegenstand sollte auf seine Berechtigung hin gründlich untersucht werden bevor er mit darf.. wir haben an der einen oder anderen Ecke gecheatet. Ich bin gespannt, was noch alles rausfliegt. Noch sind Schränke und Gang oft rappel voll! 

Kann mal eng werden

Aber wir werden besser, die Dinge finden ihre Plätze. Wir gewöhnen uns daran, dass Du in Deinem tiny house Deine Jeans am besten gleich wieder verstaust und nicht ne’ Woche überm Stuhl abhängen lässt wo sie in Vergessenheit gerät. 

Wenig Raum gibt es auch für die eigene Person. Mal für sich zu sein, die berühmte Tür hinter sich schliessen- das ist unmöglich in einem Auto wie unserem. Sich off-Zeiten bewusst zu nehmen und dem andere die klar anzusagen ist hier vielleicht noch wichtiger als in einer gemeinsamen Wohnung mit Türen. Kopfhörer rein, mit dem Buch raus – jeder hat eigene Wege die imaginäre Tür zumindest mal anzulehnen. 

Ey, die haben free wifi – hin da!

Wer denkt dieses „social-media Zeug“ macht sich quasi von allein- nope. 

Obwohl wir versuchen uns davon nicht beeinflussen zu lassen sucht man doch. Wonach? Na, nach einem stabilen, schnellen WLAN. Man hat coole Fotos, Videos und vielleicht einen neuen Blogtext geschrieben und möchte das jetzt am liebsten sofort mit Freunden, Familie und allen die sich sonst in interessieren teilen. 

Wie ein Kind, dass sein fertiges Bild in der Hand hält möchte man sein Werk jetzt und nicht irgendwann mal zeigen- alles steht auf „upload“. 

Cambridge, USA

So findet man sich in Cafés am Mac unter anderen Macs wieder und braucht meist länger als einen Cappuccino um “hochzuladen“. Man sollte also Cafés und Kaffee mögen. Das tun wir, deshalb ist es zudem eine tolle Gelegenheit um mal Tempo rauszunehmen und die Dinge sacken zu lassen. 

Heute machen wir mal Nichts!

Längere Pausen haben wir in den ersten 21 Tagen noch zu wenig gemacht. Ein paar Tage mehr an einem Ort stehen und ankommen, das fehlt noch. 

Erster längerer Halt ist Boston bzw. Cambridge, wo Franzi Familie hat und wir Bo-Mi im ZEN Zentrum besuchen. 

Aber was sind schon 3 Wochen on the road?

Diese Art von Reise ist mehr als bloss verlängerte Ferienzeit. Keinen Alltag, kein gewohntes Umfeld, keine Pflichten aber auch keine Struktur im Tag zu haben eröffnet neue Wege im Kopf. 

Acadia Nationalpark, USA

Aber obwohl unsere Tage ganz anderes aussehen, ist der Kopf oft nur ein paar Schritte vom gewohnten Alltag entfernt. Man erwischt sich bei Gedanken an Notaufnahme- oder Social Media Monitoring-Dienstpläne oder sieht Dinge in Geschäften die gut in die (gekündigte) Wohnung passen würden. 

21 Tage, das sind: Sonnenuntergänge, Frühstück im Bett mit Blick aufs Meer, Polizei im Wald, Streit ums Kopfkissen, Momente engster Vertrautheit, Würstchen mit Kartoffelsalat bei Netflix auf dem Walmart-Parkplatz, Yoga am Strand, Sterne gucken am Lagerfeuer, warm Duschen im Nirgendwo und spannende menschliche Begegnungen im Hier und Jetzt. 

Auf neue Wege! Und bis dann- vielleicht in 100 Tagen on the road 🙂 

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